Sportunterricht soll Schüler ermutigen, ihren Körper bewusster wahrzunehmen und ihre Bewegungserfahrungen zu erweitern. In verschiedenen Sportarten und Sportspielen lernen Schüler ihre physische Leistungsfähigkeit kennen und sinnvoll einzuschätzen. Dabei kooperieren und verständigen sie sich mit anderen Schülern oder wettkämpfen miteinander in vereinbarten Regelstrukturen. Der Körper wird zunehmend zum Ausdruck der Gesamtpersönlichkeit.
Aus diesem Grund schließt die Förderung der körperlichen und motorischen Entwicklung immer eine Förderung der Gesamtpersönlichkeit ein.
An unserer Schule findet der Sportunterricht in Funktionsgruppen statt. Neben dem Schwimm- und Sportangebot in den einzelnen Klassen, die teils klassenübergreifend stattfinden, gibt es Rollstuhlsportgruppen und verschiedene Sport-AGs.
Zusätzlich gibt es im Rahmen der Fördergruppe für schwerstmehrfachbehinderte Schüler ein spezielles Angebot.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule verfügt über eine Mehrzweckhalle mit Kletterwand sowie ein schuleigenes Schwimmbad.
In der Mittelstufe werden aufbauend auf den Erfahrungen aus dem Unterstufensport sportartspezifische Inhalte zunehmend betont. Die Schüler erschließen verschiedene Sportarten und lernen sportliche Werte und sportkulturelle Hintergründe kennen. Dabei werden auch Trendsportarten aufgegriffen, die gerade bei jugendlichen Schülern häufig auf großes Interesse stoßen. Verschiedene freizeitrelevante Aspekte von Sport treten in den Vordergrund und sollen den Schülern ermöglichen auch außerhalb der Schule Sportarten nachzugehen.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule bewirbt sich regelmäßig für regionale Schulturniere in verschiedenen Sportarten.
In der Mittel- und Abschlussstufe finden Turniere in den Disziplinen Schwimmen, Reiten, Fußball, Tischtennis, Basketball, Leichtathletik und Hockey statt. Die Vorbereitung und Teilnahme an Sportfesten und Sportfreizeiten sind weitere Inhalte, die im teils klassenübergreifenden Sportunterricht dieser Schulstufen Platz finden. Das Angebot komplettieren Sport-AGs, die oftmals zur Vorbereitung auf Sportveranstaltungen angeboten werden
In jeder Klasse findet parallel zum Hallensport auch Schwimmunterricht im schuleigenen Lehrbecken statt. Während in den unteren Klassen die Wassergewöhnung und das Erlernen einer ersten Schwimmtechnik im Vordergrund stehen, bereiten sich die oberen Stufen teils klassenübergreifend auf das jährlich stattfindende Schwimmturnier vor. Auch Rollstuhlfahrer nehmen im Klassenverband am Schwimmunterricht teil. Den Zugang zum Becken garantiert eine Rampe, die für einen problemlosen Aus- und Einstieg sorgt. Dies ermöglicht auch der Fördergruppe die Nutzung des Schwimmbades. Schüler, die aufgrund erheblicher motorischer Einschränkungen einer umfangreichen Unterstützung bedürfen, gehen einmal in der Woche im Rahmen des Unterrichtsangebotes der Fördergruppe schwimmen.
Viele Schüler, die eine Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung besuchen, sind in ihrem Leben auf einen Rollstuhl angewiesen oder sehen sich in ihrer weiteren Entwicklung damit konfrontiert. Als einziges oder ergänzendes Fortbewegungsmittel dient ein Rollstuhl diesen Schülern zur Erkundung ihrer Umwelt, als Mittel mit anderen Menschen in Kontakt zu treten sowie zur Teilnahme am Leben der Gemeinschaft. Ein Rollstuhl erfüllt also für Menschen, die auf ihn angewiesen sind, wesentliche Funktionen, die für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben von Bedeutung sind. In Kooperation mit Pädagogen, Orthopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Krankenschwestern und Orthopädietechnikern werden die Rollstühle der Schüler regelmäßig auf ihre Eignung und Passgenauigkeit geprüft und notfalls in Rücksprache mit den Erziehungsberechtigten und den Krankenkassen angepasst oder ausgetauscht. Im Rahmen der Rollstuhlsportgruppe steht vor allem der Umgang mit dem eigenen Rollstuhl im Zentrum des Unterrichtsgeschehens. Die Schüler lernen in spielerischer Auseinandersetzung ihren Rollstuhl zu bedienen, zu pflegen, oftmals vorhandene Hürden im Alltag zu überwinden und verfeinern ihre Fahrtkünste.
Weitere Unterrichtsinhalte sind Sportspiele, die mittlerweile deutschlandweit in Vereinen gespielt werden können und sich zunehmend größerer Beliebtheit nicht nur zu Zeiten paralympischer Spiele erfreuen. Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule verfügt zu diesem Zweck über Sportrollstühle, die von der Rollstuhlsportgruppe genutzt werden können. Auch Fahrern von Elektrorollstühlen steht die Sportgruppe offen. Einmal im Jahr nimmt die Schule an einem überregionalem Rollstuhlsportturnier teil, bei denen die Schüler in verschiedenen Sportspielen gegen andere Schulmannschaften antreten und natürlich auch mit anderen Rollstuhlfahrern in Kontakt kommen können.
Wie eng Psyche und Motorik miteinander verbunden sind, zeigt sich in vielen Alltagssituationen. Wer hat nicht schon mal die Schulter hängen lassen und seinem Umfeld durch seine entsprechende Körperhaltung einen kurzen Einblick in sein Seelenleben gewährt. Warum spricht man bei erfolgreichen Menschen von einer Stolz geschwellten Brust?! Diese und vergleichbare Zusammenhänge werden in der Psychomotorik aufgegriffen. Sie beleuchtet Bewegung vor allem unter persönlichkeitsbildenden Aspekten und konzentriert sich auf das Individuum mit seiner materiellen und sozialen Umwelt. Einzelne Schüler werden hier noch mal klassenübergreifend oder in einzeltherapeutischen Unterrichtseinheiten gefördert. Für spezielle psychomotorische Angebote steht neben der Sporthalle ein Psychomotorikraum zur Verfügung. Hier sind vor allem Voraussetzungen für grobmotorische Bewegungsangebote gegeben (Schaukeln, schiefe Ebenen, Kletterwand, Rollbretter etc.).
Einmal im Monat wird an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule ein Bewegungstag angeboten. Die Klassen haben dann die Möglichkeit, in der schuleigenen Turnhalle ein Bewegungsangebot zu nutzen, was in dem Umfang im klasseninternen Sportunterricht aus zeitlichen Gründen nicht angeboten werden kann. Hier kommen z.B. die Rollbrettrampe, Kletter- und Balancierlandschaften, Schaukeln, Riesentrampolin, Airtramp etc. zum Einsatz. Betreut werden die Gruppen dabei von Sport- und Klassenlehrern. Jeder Klasse steht es dabei frei, das Angebot für eine halbe Stunde zu nutzen.
Bilder vom Bewegungstag |
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Ein weiterer wichtiger Punkt im Sportkalender der DiBo Schule sind die jährlich stattfindenden Sportveranstaltungen des LVR, die speziell für Förderschulen angeboten werden. Die Schüler treten in verschiedenen Disziplinen gegen andere Schulen an. Hierbei erhält man nicht nur die Chance, sein trainiertes Können mit anderen zu messen, man tritt auch in den kommunikativen Austausch mit anderen Schülern und schafft vor dem Hintergrund des Sports eine Begegnungsstätte für Schüler unterschiedlicher Schulen. Darüber hinaus helfen diese Sportveranstaltungen vielen Schülern dabei, sich die Sportwelt und Sportkultur, wie sie in Deutschland sehr ausgeprägt gelebt wird, zunehmend zu erschließen.