In der Mittelstufe werden Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit weiter ausgebaut. Altersentsprechend stehen Pubertätsprobleme (Identität, Sexualität ... ) im Vordergrund.
Zu den Zielen und Unterrichtsinhalten gehören:
Wenn die Schule ihrer Aufgabe gerecht werden will, die Kinder auf das Leben in der Informationsgesellschaft vorzubereiten, muss der Umgang mit den neuen Medien schon sehr früh beginnen. Bereits in der Mittelstufe der Körperbehindertenschule sollten die Schüler mit allen wichtigen Funktionen des Computers und des Internets vertraut sein.
Lernen am Computer
Neue Medien werden von Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht der Mittelstufe eingesetzt und sollen Unterrichtsinhalte besser veranschaulichen, vertiefte Erkenntnisse z.B. über Zusammenhänge vermitteln, neue Untersuchungsmethoden ermöglichen oder Wissen umfassender und schneller verfügbar machen.
Beim Lernen mit dem Computer fühlen sich die körperbehinderten Kinder der Mittelstufe nichtbehinderten Kindern gleichgestellt, denn durch entsprechende Hilfsmittel können sie den PC zum großen Teil wie jedes andere Kind auch bedienen. Leider werden die Stärken des Mediums Computer, die Entfaltung der Kreativität und die Möglichkeiten der Interaktion noch viel zu wenig genutzt.
Mit Hilfe geeigneter Computerprogramme, die auch für Schüler der Mittelstufe in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, kann man durch Individualisierung und Differenzierung den unterschiedlichen Lernbedürfnissen der körperbehinderten Kinder gerecht werden.
Der Computer ist bei der Textverarbeitung eine wertvolle Hilfe. Es ist leicht einsehbar, dass Kinder bei handschriftlichen Aufsätzen wenig geneigt sind, Verbesserungsvorschläge aufzugreifen und einzubauen, wenn es bedeutet, dass sie alles noch einmal sauber abschreiben müssen. Kommt dies häufiger vor, werden sie vielleicht nur lernen, sich möglichst kurz zu fassen. Computertexte können jedoch beliebig verändert und erweitert werden. Der Computer schreibt immer ordentlich und man muss nur die entscheidende Stelle verändern oder erweitern, alles andere bleibt erhalten.
Das Internet als Lernmedium
In Zukunft wird der Unterricht mit der Computermaus und Internet genauso selbstverständlich wie Kreide und Lehrbuch. Das Internet entwickelt sich zu einem Lernmedium. Der Unterricht soll modern gestaltet werden und sich an der Lebenswirklichkeit der Kinder in der Mittelstufe orientieren. Diese Eigenschaft ist besonders für körperbehinderte Kinder mit erschwerter Entwicklung wichtig.
Soll das Internet als globales Datennetz in den Unterricht so einbezogen werden, dass man über das exemplarische, sporadische Probieren hinausgeht, muss die Nutzung dieses Mediums mit konkreten Lehr-, Lern- und Erziehungszielen verbunden werden. Damit wird die Arbeit mit dem Internet zum Unterrichtsgegenstand. Die Kinder müssen Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten für die Arbeit mit globalen Datennetzen erhalten.
Am Anfang steht das Erlernen des Umgangs mit vernetzten Computern. In gut verständlicher Form muss zunächst das Grundwissen zu Internet und WWW erworben werden. Das müssen körperbehinderte Kinder bereits in der Mittelstufe genauso beherrschen wie Nichtbehinderte.
Der Einsatz des Internet im Unterricht bedeutet, dass neue Erfahrungen, Ideen und Aspekte oder schlicht das neue Lernen in das Klassenzimmer hineingetragen wird. Kinder erleben sich auf diese Weise als Teil eines Ganzen. Sie erfahren, dass nicht nur sie sich mit dem gerade behandelten Thema befassen, sondern dass dies auch für andere Kinder gilt. Und das nicht nur in Deutschland. Sie können ihre eigenen Arbeitsergebnisse im Internet veröffentlichen und machen diese somit sichtbar auf der ganzen Welt.
Unsere Mittelstufe dient u. a. der Vorbereitung der SchülerInnen auf den Arbeitstag der Oberstufe. Im Unterricht bemühen wir uns, den SchülerInnen die grundlegenden Schlüsselqualifikationen für die Oberstufe zu vermitteln. Wie dies geschieht, stellen wir im Folgenden exemplarisch vor.
Vorbereitung auf den Arbeitstag der Oberstufe durch Offene Unterrichtsformen in der Mittelstufe
Offener Unterricht ist ein Versuch, historische Erfahrungen der Reformpädagogik aufzugreifen und auf die aktuellen Bedingungen schulischen Lernens zu übertragen. Die Notwendigkeit der Öffnung des Unterrichts ergibt sich vor allem aus der in den letzten Jahrzehnten erheblich veränderten Kindheit und dem infolge dessen veränderten Sozial- und Lernverhalten der Schüler. Ebenfalls für eine Öffnung des Unterrichts spricht eine Verschiebung der obersten Priorität bei den Erziehungszielen von Ordnung, Sauberkeit und Disziplin hin zu Selbständigkeit und Kreativität.
Insbesondere im Sachunterricht der Mittelstufe werden die Themen vorwiegend im Stationsverfahren anhand von Projekten, in Form von Werkstattunterricht und im Wochenplan erarbeitet. Dabei stehen die Kinder mit ihren Lernmöglichkeiten und ihrer Begeisterung für die Sache im Mittelpunkt des Unterrichts. Ziel dieser offenen Unterrichtsformen ist ein selbständiges, handelndes und entdeckendes Lernen.
Ziele und Begründungen: Offener Unterricht bietet:
Darum verlangt Offener Unterricht ein pädagogisches Verständnis und eine Haltung gegenüber dem Schüler, die eine Offenheit für
einschließt.
Diesem pädagogischen Verständnis folgend werden Schüler mit in die Planung des Unterrichts einbezogen bzw. planen Projekte möglichst eigenständig. Somit fällt es den Schülern leichter, sich mit dem Unterrichtsgegenstand zu identifizieren, motiviert und ausdauernd zu arbeiten sowie sich selbst für ihr Tun verantwortlich zu fühlen. Die Aktivität geht vom Schüler aus, der Lehrer fungiert als Lernbegleiter und Berater. Ein zieltransparentes Arbeiten ermöglicht es den Schülern, eine Übersicht über verschiedene Arbeitsschritte zu bekommen und vorausschauend zu planen und zu handeln. Die Schüler lernen darüber hinaus, kooperativ in Teams zusammen zu arbeiten und gezielt Hilfe einzufordern. Dabei erwerben die Schüler zunehmend die Fähigkeit, ihren Arbeitsplatz zu organisieren und einen Überblick über die Materialien zu erhalten.
Regelmäßige Reflexionsrunden geben den Schülern Gelegenheit, Probleme zu erkennen und ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Meist enden die Unterrichtsreihen in Präsentationen oder Vorführungen, was zusätzlich die Motivation erhöht, die Arbeit sorgfältig zu Ende zu führen.
Vorbereitung auf den Arbeitstag der Oberstufe durch Wochenplanarbeit in der Mittelstufe
Unter einem Wochenplan versteht man die sachliche sowie zeitliche Organisation von Arbeitsaufträgen, zumeist in tabellarischer Form. Die SchülerInnen sollen sämtliche Aufträge, welche durchweg aus unterschiedlichen Lernbereichen stammen, in der Regel innerhalb einer Woche erledigen. Die Hinführung zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung auf verschiedenen Ebenen und in diversen Bereichen ist dabei eines unserer wichtigsten Anliegen. Die Kinder sollen lernen, ihre Arbeit selbständig zu planen und einzuteilen. Dabei üben sie, in kleineren und größeren Gruppen miteinander umzugehen und sich zu akzeptieren. Wochenplanarbeit bedeutet dabei weitgehend selbstgesteuertes Lernen und Arbeiten. Es ist möglich, sowohl die Hilfe der MitschülerInnen, als auch der LehrerInnen in Anspruch zu nehmen.
Im Folgenden wollen wir nun kurz Möglichkeiten aufzeigen, die die Wochenplanarbeit bietet, aber auch Lernziele vorstellen, die später bei der Bewältigung des Arbeitstages helfen werden.
Folgende Möglichkeiten bietet der Wochenplan: Die SchülerInnen können ...
ihr Arbeitstempo selbst bestimmen;
den Rhythmus von konzentrierter Arbeit und kurzer Pause selbst bestimmen;
sich innerhalb des Klassenraums frei einen Arbeitsplatz wählen;
sich auf der Suche nach Lösungen Arbeitsformen und Arbeitsmittel selbst wählen;
Hilfen von MitschülerInnen und LehrerInnen in Anspruch nehmen;
an der Gestaltung der Wochenplanaufgaben teilnehmen.
Folgende für den Arbeitstag wichtigen Lernziele werden bei der Wochenplanarbeit verfolgt: Die SchülerInnen lernen ...
unterschiedliche Aufgabenstellungen zu verstehen;
Aufgaben selbständig zu erledigen und eigene Lösungswege zu finden;
eigenständig ihre Arbeitsergebnisse zu kontrollieren;
die gestellten Aufgaben in einem zur Verfügung stehenden Zeitrahmen zu erfüllen;
mit anderen sachbezogen zu arbeiten;
sich selbst, ihre Fähigkeiten und Schwächen einzuschätzen;
die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern und eigene Qualitätsmaßstäbe zu gewinnen.
In der Mittelstufe werden psychomotorische Elemente mit sportspezifischen Inhalten verbunden. Das Hauptanliegen des Sportunterrichts ist der freizeitrelevante Aspekt. Dies beinhaltet auch das Erlernen von Trendsportarten wie zum Beispiel Inlineskaten, um im Freizeitbereich eine Integration (außerschulische Gruppen, Vereine etc.) zu ermöglichen. Die Vorbereitung und Teilnahme an Sportfesten und Sportfreizeiten sind weitere Inhalte des Sportunterrichtes.