Schüler verlassen unsere Schule nach der Schulzeit, in die verschiedensten Arbeitszweige und Ausbildungsgänge. Eine gute Ausbildung der Schlüsselqualifikationen stellt in der heutigen Zeit eine Basis für eine erfolgreiche Teilnahme an Qualifizierungsmöglichkeiten außerhalb der Schule dar.
Den Arbeitstag sehen wir als Möglichkeit, Fähigkeiten, welche im Zusammenhang mit den einzelnen Arbeitsgruppen näher aufgeführt werden, zu fördern. Wir hoffen dadurch, den Schülern einen leichteren Einstieg in ihr Berufsleben oder in schulische Weiterbildungsmöglichkeiten zu ermöglichen.
Eine Ausbildung der Schlüsselqualifikationen ist auch für Schüler der WfbM von zentraler Bedeutung. Wir stellen jedoch fest, dass viele Schüler unsere Schule mit gut ausgebildeten Schlüsselqualifikationen verlassen und eine positive Entwicklung in ihren Tätigkeitsfeldern nehmen.
Die Schüler, die am Arbeitstag teilnehmen, rekrutieren sich aus den zur Zeit vier Abschlussstufenklassen und sind zwischen 16 und 18 Jahre alt.
Der „Arbeitstag" bietet zur Zeit fünf verschiedene Schwerpunkte für die Schüler:
Die Schüler werden den einzelnen Gruppen durch die Abschlussstufenkonferenz zugeteilt. Im Gegensatz zu den Arbeitsgemeinschaften haben sie kein Wahlrecht. Die Arbeitsgruppen werden in der Regel von zwei Lehrkräften betreut.
Im folgenden werden die einzelnen Gruppen detaillierter dargestellt.
In dieser Arbeitsgruppe werden verschiedene Gestaltungstechniken mit Papier erarbeitet. Hier können die Schüler ihre schon erlernten Fertigkeiten wie z.B. Reißen, Schneiden, Falten und farbiges Gestalten von Papier einbringen. Sie fertigen Produkte (z.B. Briefkarten) an, die an Eltern, Lehrer und Mitschüler verkauft werden.
Besonderer Schwerpunkt in dieser Gruppe ist die Herstellung von Papier. Hier spielt das Verstehen und praktische Umsetzen von Arbeitsanweisungen eine wichtige Rolle. Handlungsschritte werden erarbeitet und sollen eigenständig nachvollzogen werden. Das selbst organisierte Einrichten und Aufräumen des Arbeitsplatzes ist dabei ein Teil des Arbeitsprozesses. Auch die Produkte, die aus dem selbst geschöpften Papier entstehen, werden zum Verkauf angeboten.
In dieser Arbeitsgruppe sollen zum einen kreative Prozesse bei den Schülern stimuliert werden, die in ihrer späteren Freizeitgestaltung eine Rolle spielen können. Zum anderen sollen die Schüler lernen, ihre Handlungen selbst zu planen und selbstständig auszuführen – eine wichtige Qualität für viele Berufstätigkeiten.
In dieser Arbeitsgruppe wird schwerpunktmäßig mit dem Computer gearbeitet. Die Auswahl der Schüler erfolgt u. a. aufgrund von beruflichen Perspektiven Einzelner, die eng mit einem Arbeitsplatz am Computer verbunden sind. Hier können die Schüler z. B. den Umgang mit der Textverarbeitung lernen und über die eingesetzten Programme eine bessere Orthographie erlernen, die für verschiedene Berufe notwendig ist.
Manche Schüler dieser Gruppe können ziemlich gut lesen und schreiben und erzielen deshalb in diesen Bereichen schulische Erfolge. Sie haben viel Spaß an Tätigkeiten, mit denen sie sich in dieser Arbeitsgruppe beschäftigen, auch wenn die Arbeitsperspektive "Büro" für sie vielleicht noch gar nicht aktuell oder möglicherweise gar nicht realistisch ist.
Das Aufgabenspektrum in der Bürogruppe ist sehr vielfältig, so dass jeder Schüler ausreichende Entfaltungsmöglichkeiten erhält.
Über die Arbeit mit dem Computer hinaus fallen natürlich auch "klassische Bürotätigkeiten" an (z.B. Sortieren, Abheften, Buchführung etc.), die für die vollständige Erledigung einzelner Arbeitsaufträge notwendig sind. Hierbei machen die Schüler wichtige Erfahrungen bezüglich der Komplexität von bestimmten Arbeitsabläufen.
Aufträge erhält die Bürogruppe von den anderen Arbeitsgruppen (z.B. Drucken und Laminieren von Preisschildern, Werbeaufklebern und Bestellzetteln) und von Kollegen sowie Eltern (z.B. Herstellen von Visitenkarten, Werbeschreiben u.ä., Archivieren von Sammlungen).
Von Bedeutung sind hier das Verstehen von Arbeitsanweisungen und das handelnde Umsetzen: Man lernt z. B., wie man Werkstücke fixiert, Werkzeuge hält, mit der Dekupiersäge und Gehrungssäge arbeitet, lötet, Ordnung beim Arbeiten hält usw. sowie das Beachten von Sicherheitsaspekten (z.B Position der Finger beim Sägen).
Die Arbeitsprodukte entstehen zum einen durch verschiedene Arbeitsaufträge der Schule (z.B. wurde ein Blumenbehälter neu verleimt und gestrichen, eine Tischplatte erneuert und eine Gartenbank restauriert) oder werden zum anderen zum Verkauf innerhalb der Schule oder am Tag der Begegnung im APX angeboten.
Beispiele:
Der Werkunterricht übt nicht nur Einfluss auf die Berufsfindung aus, sondern auch auf die private Lebensorganisation. Er nimmt den Schülern die Scheu davor, sich mit technischen Problemen auseinanderzusetzen - ein Schritt zur Selbstständigkeit.
Und hier eine Auswahl der hergestellten Dinge:
Das selbstständige Zubereiten von Speisen bildet hier einen wesentlichen Aspekt von Unterricht mit lebenspraktischem Bezug. Die Schüler sollen lernen, für sich und auch für Gäste ein besonderes Getränk, einen kleinen Imbiss oder auch eine komplette Mahlzeit selbständig zuzubereiten. Anhand von Rezepten und z. T. auch mit Hilfe von Fertig- bzw. Halbfertigprodukten (z.B. Brötchen zum Aufbacken Tiefkühlblätterteig) sollen die Schüler Gerichte planen, den Arbeitsablauf organisieren und durchführen können.
Das setzt voraus: Rezept lesen und umsetzen können, mit Küchengeräten sachgerecht umgehen können, bei Fertig-/Halbfertiggerichten die Angaben des Herstellers beachten, die richtige Back- und Kochzeit einstellen können, die Lebensmittelkosten berücksichtigen.
Die Cafeteriagruppe bietet freitags in der 1. Pause ein Frühstück für Schüler und Lehrer an. Außer Kaffee und Tee sind belegte Brötchen und im Wechsel u. a. Toast Hawaii, Pizza-Brötchen, Schoko-Hörnchen u.ä. im Angebot. Die Speisen und Getränke werden in der Schulküche z. T. nach Rezept zubereitet und in der Halle verkauft.
Neben dem Lesen von Rezepten und der Zubereitung der Speisen, bilden Kalkulation, Dekoration, Bereitstellen von Geschirr usw., Verkauf, Kassieren sowie Abrechnung und Spülen sowie Aufräumen weitere Schwerpunkte der Cafeteria-Gruppe. Da die Aufgabenstellung für die Schüler recht realitätsnah ist, arbeiten diese sehr motiviert und engagiert mit.
Die Arbeit in der Cafeteria-Gruppe lässt sich später evtl. in den Hauswirtschafts-Abteilungen des Theodor-Brauer-Hauses oder der S0S-Arbeit und -Beschäftigung fortsetzen.
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Die Mobilitätsgruppe richtet sich im Rahmen des Arbeitstages an Schülerinnen und Schüler, die im Bereich "Orientierung" und "Mobilität" der gezielten und intensiveren Förderung bedürfen. Das im Unterricht durchgeführte Mobilitätstraining verfolgt u.a. folgende Ziele:
• Förderung der räumlichen Orientierung/Raum-Lage-Beziehungen/Raumwahrnehmung
• Ausbau der Fähigkeit, Pläne und Karten zu lesen
• Förderung im Bereich Aktivität und Eigeninitiative
• Ausbau im Bereich des Organisierens und Strukturierens eigener Handlungen/Aktivitäten (Wie komme ich mit welchem Verkehrsmittel an mein gewünschtes Ziel?)
Neben der Planung und der weitestgehend selbstständigen Organisation von Aktivitäten und Ausflügen nimmt die Durchführung einen wichtigen Stellenwert ein. Als Ziele wurden von den Schülern folgende Besuche/Ausflüge organisiert: Besuch verschiedener Werkstätten, Besuch veschiedener Bürgermeister in der nahen Umgebung, Fahrten nach Kleve und Goch, Besuch der Post (Botengänge). Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Bus/Bahn) wird dabei intensiv genutzt. Mögliche Barrieren werden von den Schülern schnell erkannt und können mit Unterstützung (u.a. der Bevölkerung) schnell überwunden werden.