Die Ergotherapie basiert auf einer ganzheitlichen Sichtweise der kindlichen Entwicklung. Sie hat die Aufgabe, die Kinder bei der Erreichung von größtmöglicher Selbständigkeit zu unterstützen und dabei körperliche Beeinträchtigungen und motorische Schwierigkeiten, wie auch Wahrnehmungsstörungen und Störungen der sensorischen Integration zu behandeln. Unsere 4 ErgotherapeutInnen Judith Geerkens, Andrea Rief-Lindenaar, Susanne Saloch und Robert Verrieth erledigen diese Aufgaben an unserer Schule.
Die Therapiemaßnahmen in der Schule unterscheiden sich häufig von therapeutischen Maßnahmen wie sie in freien Praxen stattfinden dadurch, dass sie am Schulalltag ausgerichtet sind und Voraussetzungen schaffen, um erfolgreich am Unterricht teilnehmen zu können. Das bedeutet: Sie haben unmittelbaren praktischen und schultagorientierten Charakter.
Sowohl bei der Diagnostik als auch Therapie hat der Einsatz des Computers in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Viele der vorhandenen Computerprogramme sind zwar als Übungsprogramme konzipiert, sie ermöglichen aber trotzdem eine Beobachtung von Störungen bzw. Defiziten. Die meisten Software-Anbieter haben Programme für Konzentrations-, Gedächtnis-, Reaktions-, Wahrnehmungs- und Gesichtsfeldstörungen in ihrem Angebot.
Für viele unserer behinderten Kinder dient der Computer in der Therapie als ein nicht mehr wegzudenkendes Medium, wie z.B. als effektives, vielseitiges Alternativangebot für die oben schon genannten Förderbereiche mit einer enormen Variationsmöglichkeit der Programme.
Ebenso gilt der Computer für eine große Anzahl unserer Schüler mit schwerer körperlicher Behinderung als einzige Möglichkeit zur Förderung in bestimmten Bereichen, wie z.B das Wahrnehmungstraining oder das Schreibenlernen.
Die selbständige Bedienung des Computers kann durch verschiedenste Anpassungsmöglichkeiten auf den Schüler eingestellt werden, wie z.B. Programme, die mittels eines einzelnen Tasters/Schalters vollständig bedienbar sind für Schüler mit schweren körperlichen Behinderungen, die nicht in der Lage sind, eine normale Tastatur oder Maus zu bedienen.
Bei der therapeutischen Arbeit in bezug auf Computeradaptionen und Wahrnehmungstraining stehen Störungen des Bewegungsapparates (Paresen, Spastik, Athetosen, Ataxien, Dystrophien), Wahrnehmungsstörungen (SI-Störungen, ADS, visuelle Wahrnehmungsstörung) und auch allgemein statomotorische und mentale Retardierungen im Vordergrund. Nach der Überprüfung der motorisch-kognitiven Leistungen, hat der/die TherapeutIn ein Bild von den Fähigkeiten des Schülers am PC und kann dann mögliche Hilfsmittel und Alternativen für Tastatur und Maus bereitstellen bzw. erproben.
Nach ausreichender Erprobung von Adaptionen und Software kann diese dann bei den Krankenkassen individuell für den Schüler beantragt werden.
An unserer Schule gibt es eine Reihe von Schülern, die mit den Mitteln der "Unterstützten Kommunikation" gefördert werden (müssen). Es handelt sich dabei um Schüler, deren lautsprachliche Fähigkeiten so stark beeinträchtigt sind, dass sie sich nur schwer, teilweise überhaupt nicht oder aber nur für vertraute Personen verständlich ausdrücken können.
Förderkonzepte der UK
Zur Förderung dieser Schüler hat sich in den letzten Jahren eine „Fachrichtung“ etabliert, in der Fachleute unterschiedlicher Professionen (Logopäden, Ergotherapeuten, Sonderpädagogen) Methoden entwickelt haben, mit denen sich auch solche Schüler Fremden gegenüber verständlich machen können. Es handelt sich dabei um Methoden, die die Lautsprache unterstützen und gegebenenfalls auch ersetzen. Zum Einsatz kommen dabei zum einen sogenannte körpereigene Kommunikationsformen wie Gebärden, Laute, Mimik, und Gestik. Reichen diese Kommunikationsformen nicht aus, können sogenannte externe Kommunikationshilfen zu Einsatz kommen. Es handelt sich dabei zum einen um nichtelektronische Kommunikationshilfen wie reale Objekte, Fotos und Bilder, Symbole, verschiedene Symbolsammlungen und Symboltafeln.
Zum anderen gibt es inzwischen eine Reihe von elektronischen Kommunikationshilfen, z.T. mit Sprachausgabe wie z.B. den Power Talker oder auf basalerer Ebene der Step-by-Step. Auch der PC kann mit entsprechender Anpassung als Kommunikationshilfe eingesetzt werden.