Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein evangelischer Seelsorger und Theologe sowie eine der führenden Gestalten des deutschen Widerstandes.
Er wurde am 4.2.1906 in Breslau geboren. Er studierte Theologie und ging 1933 als Studentenpfarrer nach Berlin. Er übernahm das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde, eines Teils der evangelischen Kirche, die Christentum und NS-Rassenlehre für unvereinbar erklärte.
Bonhoeffer bestand nicht allein auf dem Recht freier Verkündigung des Evangeliums, sondern war auch bereit, als Christ sein Leben zu opfern, indem er sich Hitler widersetzte und Juden zur Flucht verhalf. Bonhoeffer führte im Auftrag deutscher Widerstandskreise Friedensverhandlungen mit dem Ausland. Seine Kontakte und Aktivitäten machten ihn zum Hauptverdächtigen für die Gestapo und den Sicherheitsdienst. Am 5.4.1943 verhaftete ihn die Gestapo unter der Beschuldigung der Wehrkraftzersetzung. Er kam in das Konzentrationslager Flossenbürg, wo er am 9.4.1945 hingerichtet wurde.
Die Rheinische Schule für Körperbehinderte Bedburg-Hau wurde Ende 1972 im Gebäude der ehemaligen Grundschule „Dietrich-Bonhoeffer-Haus“ eingerichtet. Wegen steigender Schülerzahlen waren mehrere bauliche Erweiterungen bis 2006 notwendig.
Es stehen z. Z. 12 Klassenräume mit je einem Gruppenraum und ein Mehrzweckraum zur Verfügung. Als Fachräume stehen ein Werkraum, eine Kunstraum ein Naturwissenschaftsraum, ein Computerraum, ein Fachraum für Unterstütze Kommunikation, ein Snoezelenraum, ein Psychomotorikraum, ein Musikraum und die Schülerbücherei zur Verfügung.
Ferner gibt es nunmehr eine eigene Turnhalle sowie ein eigenes Lehrschwimmbecken.
Die Therapie findet in 5 hierfür besonders ausgestatteten Räumen statt; der Psychomotorikmotorikraum wird ebenfalls vorwiegend für die Therapie genutzt.
Ferner gibt es ein speziell eingerichtetes Krankenschwesternzimmer für die medizinische Versorgung.
Im Schuljahr 2008/2009 sind 137 SchülerInnen an unserer Schule.
Das Lehrerkollegium besteht z.Zt. aus: 38 LehrerInnen, 3 LehramtsanwärterInnen, 3 SchulpraktikantInnen
Als weiteres Personal sind über den Schulträger (Landschaftsverband Rheinland) angestellt: 12 TherapeutInnen, 4 Krankenschwestern, 2 Sekretärinnen, 1 Hausmeister, 4 JahrespraktikantInnen, 3 PraktikantInnen im FSJ, 4 Zivildienstleistende, 2 Hauswirtschaftshilfen
Zusätzlich kommen für die Betreuung einzelner Schüler zum Einsatz: 6 Integrationshelfer
Die Aufnahme der Schülerschaft unserer Schule erfolgt in der Regel zu zwei Zeitpunkten der Schullaufbahn:
Einige Schüler kommen auch als Quereinsteiger außerhalb dieser beiden Zeitpunkte in unsere Schule.
Zu den Körperbehinderten rechnet man vor allem Kinder und Jugendliche mit
SchülerInnen, die unsere Schule besuchen, haben in der Regel Folgebehinderungen oder –Zusatzbehinderungen (z.B. Wahrnehmungsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten, Lernbehinderung, geistige Behinderung). Bei einem großen Teil der SchülerInnen liegt eine Mehrfachbehinderung vor.
Ein Teil dieser SchülerInnen ist als schwerstbehindert eingestuft.
Darüber hinaus werden in den letzen Jahren vermehrt SchülerInnen mit autistischem Verhalten an unserer Schule gefördert.
Die Dietrich Bonhoeffer Schule ist eine Ganztagsschule mit einem Einzugsgebiet, das den größten Teil des Kreises Kleve und einen Teil des Kreises Wesel umfasst. Im Einzelnen sind dies die folgenden Städte und Gemeinden:
Alpen, Bedburg-Hau, Emmerich, Goch, Hamminkeln, Kalkar, Kevelaer, Kleve, Kranenburg, Rees, Sonsbeck, Uedem, Weeze, Wesel, Xanten.
Ein Schülerspezialverkehr mit mehreren Bus- und Taxiunternehmen sorgt für den Transport der SchülerInnen. Die SchülerInnen erhalten auf Wunsch ein warmes Mittagessen an den vier langen Schultagen.
Die Unterrichtszeiten und Pausenzeiten sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
Montag bis Donnerstag: | Freitag: | ||
| 8.00 Uhr | Ankunft der Busse | 8.00 Uhr | Ankunft der Busse |
| 8.15 Uhr | Unterrichtsbeginn | 8.15 Uhr | Unterrichtsbeginn |
| 9.00 Uhr | Beginn der 2. Unterrichtsstunde | 9.00 Uhr | Beginn der 2. Unterrichtsstunde |
| 9.45 Uhr | Frühstückspause | 9.45 Uhr | Früstückspause |
| 9.55 Uhr | Hofpause | 9.55 Uhr | Hofpause |
| 10.15 Uhr | Beginn der 3. Unterrichtsstunde | 10.15 Uhr | Beginn der 3. Unterrichtsstunde |
| 11.00 Uhr | Beginn der 4. Unterrichtsstunde | 11.00 Uhr | Beginn der 4. Unterrichtsstunde |
| 11.45 Uhr | kurze Pause | 11.45 Uhr | Hofpause |
| 11.50 Uhr | Beginn der 5. Unterrichtsstunde* | 12.00 Uhr | Beginn der 5. Unterrichtsstunde |
| 12.35 Uhr | Mittagessen | 12.45 Uhr | Unterrichtsende |
| 13.00 Uhr | Hofpause | 12.45-13.10 Uhr | Abfahrt der Busse |
| 13.20 Uhr | Beginn der 6. Unterrichtsstunde | ||
| 14.05 Uhr | Beginn der 7. Unterrichtsstunde | ||
| 14.50 Uhr | Unterichtsende | ||
| 14.50-15.10 Uhr | Abfahrt der Busse | ||
| *Je nach pädagogischen und pflegerischen Erfordernissen beginnen einige Klassen schon hier mit dem Mittagessen. | |||
Der 11-jährige Bildungsgang an unserer Schule gliedert sich in die Eingangsklasse sowie in die Primarstufe und Sekundarstufe I. Aus organisatorischen Gründen sind Klassen in Unterstufe, Mittel- und Oberstufe eingeteilt.
Die Schulzeit beginnt mit der Eingangsklasse (UE). Die Unterstufe umfasst die Schulbesuchsjahre 1 bis 4, die Mittelstufe 5 bis 7 und die Oberstufe 8 bis 11.
Gemäß dem Beschluss der Schulkonferenz gibt es an unserer Schule keine flexible Schuleingangsphase im Sinne der Regelung für die Grundschule.
In der Unterstufe werden alle Schüler eines Einschulungsjahrganges in der Regel in einer Klasse zusammen gefördert.
Dieses Schuljahrgangsklassenprinzip wird ab der Mittelstufe zugunsten einer Differenzierung in Lern- und Leistungsgruppen in Abhängigkeit der individuellen Lernvoraussetzungen aufgelöst. Diese Maßnahme kann aus schulorganisatorischen Gründen nur im Turnus von zwei Jahren erfolgen. Schwerstbehinderte SchülerInnen werden im Sinne einer sozialen Integration und in Abhängigkeit der Zusammensetzung einzelner Lerngruppen diesen zugeordnet und ggf. in einer Fördergruppe zeitweise betreut (vgl. Kapitel Schwerstbehindertenförderung).
In der Oberstufe werden diese Prinzipien beibehalten.
Der Unterricht an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule führt zu den Abschlüssen:
Bei vielen SchülerInnen ist das Leistungsvermögen in den einzelnen Unterrichtsfächern so uneinheitlich, dass sich der Unterricht an den individuellen Lernvoraussetzungen orientiert.
Für einige Schüler ist unsere Schule auch ein nur zeitweiser bzw. vorübergehender Förderort, bevor sie ggf. zu einer anderen Förderschule oder in die Regelschule wechseln.
Bei den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Lernmöglichkeiten der SchülerInnen sind offene Unterrichtsformen wie Wochenplan- und Freiarbeit, Stationsverfahren sowie -vorhaben bzw. projektorientierter Unterricht wichtige Methoden, um dem individuellen Lerntempo, Lernvermögen und der Leistungsfähigkeit gerecht zu werden.
Besondere Bedeutung gewinnt hierbei ein erfahrungs- und handlungsorientierter Unterricht, der sich an der Lebenswirklichkeit und den Bedürfnissen der SchülerInnen orientiert. Vor dem Hintergrund einer eingeschränkten Erfahrungswelt hat der Lehrer bzw. die Lehrerin die verantwortungsvolle Aufgabe, außerfamiliäre und außerschulische Lernerfahrungen in den Unterricht zu integrieren.
Der Unterricht gestaltet sich so, dass sowohl die fachdidaktischen Erfordernisse als auch der individuelle sonderpädagogische Förderbedarf berücksichtigt werden. Dabei werden sonderpädagogische Förderansätze durch therapeutische und pflegerische Aspekte ergänzt und intensiviert.
Der schulische Tagesablauf gliedert sich in Unterricht einschließlich spezieller sonderpädagogischer Förderung und Therapie, gestaltete Freizeit, andere Angebote im Rahmen der Ganztagsschule (z. B. Arbeitsgemeinschaften) und Ruhepausen.
Unterricht und Erziehung basieren auf den Erkenntnissen einer intensiven, individuellen Förderdiagnostik. Ein erster Schritt ist dabei ein pädagogisches Gutachten zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs gemäß AO-SF § 12. Darüber hinaus ist Förderdiagnostik ein ständiger Prozess, Bestandteil und Grundlage der sonderpädagogischen Förderung bzw. der Ermittlung sonderpädagogischer Förderbereiche. Darauf aufbauend werden Förderpläne für jeden einzelnen Schüler erstellt und regelmäßig fortgeschrieben. An deren Erstellung sind außer den Lehrern auch die behandelnden Therapeuten und ggf. weitere Mitarbeiter (z.B. Krankenschwestern, Praktikanten) beteiligt.
Unter Berücksichtigung der in diesem Prozess ermittelten individuellen Lernvoraussetzungen werden die Schüler gemäß der für unsere Schule geltenden Ausbildungsordnung (AO-SF) einzelnen Bildungsgängen zugeordnet:
Die Leistungsbeurteilung erfolgt nach den Vorgaben für die oben genannten Bildungsgänge.
(Die im folgenden genannten Schulbesuchsjahre berücksichtigen die vorgeschaltete Eingangsklasse und damit den daraus resultierenden 11-jährigen Bildungsgang. Die Angaben weichen daher teilweise vom Wortlaut der zugrunde liegenden Ausbildungsordnung [AO-SF] ab)
Das Schulprogramm soll Richtwerte bieten, an denen wir unsere Arbeit orientieren und bewerten können. Es ist kein abschließendes Konzept, sondern immer wieder erneut Ausgangspunkt für Evaluation und Weiterentwicklung unserer Arbeit. Wesentliche Aspekte der sonderpädagogischen Arbeit an unsere Schule wie
stellen wir im Folgenden dar. Diese Bereiche stehen nicht für sich isoliert, sondern bedingen und beeinflussen sich gegenseitig.
Unsere Schule soll den SchülerInnen als ein Lern- und Lebensraum dienen. Dabei sollte auch Wert auf möglichst vielfältige außerschulische Kontakte gelegt werden. Die Verknüpfung von Lernen und gemeinsamem Schulleben ist für unsere SchülerInnen besonders wichtig, dies insbesondere im Hinblick auf den Ganztagsunterricht an unserer Schule. Erfahrungsgemäß beschränkt sich die Lebenswelt körperbehinderter SchülerInnen häufig auf das nahe familiäre Umfeld. Daher benötigen sie außerfamiliäre Erfahrungsorte, an denen sie sich mit ihren vielfältigen Problemen angenommen fühlen können und an denen sie die Möglichkeit zu neuen Lernerfahrungen im sozialen Miteinander haben.
Das große Einzugsgebiet unserer Schule bedingt für die meisten SchülerInnen lange Anfahrtszeiten. Dadurch ergeben sich für die SchülerInnen wenige Kontaktmöglichkeiten sowohl zu Mitschülern als auch zu Kindern in ihrem Wohnumfeld. Die SchülerInnen können untereinander nach Schulschluss oft nicht direkt im Taxi/Bus zu Besuchen zu MitschülerInnen mitfahren (Nachmittagsverabredungen sind Ausnahmen). Es besteht die Notwendigkeit der eigenen Organisation, da öffentliche Verkehrsverbindungen nicht ausreichend sind. Außerdem haben die SchülerInnen wenige Möglichkeiten zur Selbstorganisation, so dass Eltern die Organisation übernehmen oder mittragen müssen.
Hinzu kommt, dass es wenige SchülerInnen gleichen Alters mit ähnlicher Behinderung und gleichem Interesse gibt. Die ländliche Lage der Schule bietet zudem ein reduziertes kulturelles Angebot und wenig Freizeitangebote.
Unsere Schule ist deshalb bemüht, unseren Schülern ein attraktives Angebot zu Freizeitgestaltung auch während des Schultages anzubieten.
Es finden folgende klassenübergreifende Maßnahmen/Aktionen statt:
Arbeitsgemeinschaften, die halbjährlich gewechselt werden können, z. Zt. mit folgenden Angeboten:
Verschiedene Freizeiten werden vom Förderverein für Körperbehinderte und Mehrfachbehinderte finanziell unterstützt:
Fester Bestandteil der Schule ist das Aufgreifen und Pflegen wiederkehrender Traditionen und Feste mit den Schülern:
An unserer Schulform werden mehr als in andern Schulen Schüler unterrichtet, die eine verkürzte Lebenserwartung haben. Unterricht und Schulleben müssen sich gewissenhaft damit auseinandersetzen, insbesondere, wenn ein Mitschüler im Laufe des Schuljahres verstirbt. Ein dafür eingerichteter Arbeitskreis befasste sich intensiv mit dem Thema und hat Vorschläge erarbeitet, wie mit einem Trauerfall umgegangen werden kann.
Dazu gehört die Organisation einer schulinternen Gedenkfeier für Schüler und Kollegen und in Absprache mit Eltern, die Abschiednehmen und Trauerbegleitung der Klassenkameraden und ggf. die Aufarbeitung des Themas im Unterricht.
Die Aufgabe des begleitenden Pädagogen kann auch darin bestehen, dem betroffenen Schüler Hilfen bei eigener Trauerarbeit anzubieten. Hierbei spielt der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung eine besondere Bedeutung.
Im Zusammenhang mit dem oben erwähnten Arbeitskreis, hat sich eine intensive Zusammenarbeit der ev. Pfarrerin entwickelt, die unsere Schule betreut. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist u.a. eine regelmäßig angebotene Seelsorgestunde, die von den Schülern intensiv genutzt wird, und wo Themen zur Sprache kommen können, die die Schüler aktuell belasten (Probleme in der Schule oder im Elternhaus etc.), und die sie nicht ohne weiteres mit Lehrern oder Eltern besprechen würden.
Etwa alle fünf Jahre bietet die Schule ein Schulfest an. In regelmäßigen Abständen wird im Herbst ein Tag der offenen Tür am Ende einer Projektwoche angeboten nach dem Motto: Unsere Schule stellt sich vor mit dem Ziel, die pädagogische Arbeit in der Schule anderen pädagogischen Einrichtungen (Kindergarten/Frühförderstellen/Grundschulen etc.) transparent zu machen.
Ein umfangreiches Bestreben im Erziehungs- und Lernprozess unserer Schulform ist, die Schüler zu größtmöglicher Selbständigkeit zu erziehen und mit ihnen eine Vielzahl von Selbstversorgungsmöglichkeiten einzuüben. Dazu gehören folgende Ziele:
Im Rahmen der Schullaufbahn werden dabei in den verschiedenen Stufen dem Alter und Lernstand der Schüler entsprechende, aufeinander aufbauende Ziele, die zu einer größtmöglichen Selbständigkeit führen sollen, verfolgt.
Da viele körperbehinderte Schulanfänger häufig Entwicklungsrückstände aufweisen, die im Vergleich zu nicht behinderten Schülern oft einen Zeitraum von mehreren Jahren ausmachen können, wird in der vorgeschalteten Eingangsklasse versucht Voraussetzungen zu schaffen, die erst das Lernen an sich möglich machen Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Eingangsklasse eine relativ hohe Lehrer-Schüler-Relation zugemessen.
Aufgrund der sehr heterogenen Schülerschaft und der individuellen Lernvoraussetzungen und Förderbedürfnisse der Schüler innerhalb einer Klasse können Art und Umfang der Lerninhalte sowie der zeitliche Rahmen nicht im Voraus festgelegt werden.
Damit die Schüler sich möglichst schnell eingewöhnen und sich in der Schule wohl fühlen, geht es zu Beginn der Schulzeit um das Kennenlernen der Schule und des Schulumfeldes. Dazu gehören:
Weiter geht es darum, Ordnung und Struktur in das eigene Umfeld zu bringen und einzuhalten sowie soziale und personale Kompetenzen aufzubauen. Dazu gehören:
In der Mittelstufe werden Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit weiter ausgebaut. Altersentsprechend stehen Pubertätsprobleme (Identität, Sexualität ... ) im Vordergrund.
Zu den Zielen und Unterrichtsinhalten gehören:
In der Oberstufe stehen die Zukunftsorientierung im Hinblick auf das Berufleben sowie der Ablöseprozess vom Elternhaus mit der Vorbereitung auf betreutes Wohnen im Vordergrund. Zu den Zielen und Unterrichtsinhalten gehören:
An unserer Schule gibt es eine Reihe von Schülern, die mit den Mitteln der "Unterstützten Kommunikation" gefördert werden (müssen). Es handelt sich dabei um Schüler, deren lautsprachliche Fähigkeiten so stark beeinträchtigt sind, dass sie sich nur schwer, teilweise überhaupt nicht oder aber nur für vertraute Personen verständlich ausdrücken können.
Zur Förderung dieser Schüler hat sich in den letzten Jahren eine „Fachrichtung“ etabliert, in der Fachleute unterschiedlicher Professionen (Logopäden, Ergotherapeuten, Sonderpädagogen) Methoden entwickelt haben, mit denen sich auch solche Schüler Fremden gegenüber verständlich machen können. Es handelt sich dabei um Methoden, die die Lautsprache unterstützen und gegebenenfalls auch ersetzen.
Zum Einsatz kommen dabei zum einen sogenannte körpereigene Kommunikationsformen wie Gebärden, Laute, Mimik, und Gestik. Reichen diese Kommunikationsformen nicht aus, können sogenannte externe Kommunikationshilfen zu Einsatz kommen. Es handelt sich dabei zum einen um nichtelektronische Kommunikationshilfen wie reale Objekte, Fotos und Bilder, Symbole, verschiedene Symbolsammlungen und Symboltafeln.
Zum anderen gibt es inzwischen eine Reihe von elektronischen Kommunikationshilfen, z.T. mit Sprachausgabe wie z.B. den Power Talker oder auf basalerer Ebene der Step-by-Step. Auch der PC kann mit entsprechender Anpassung als Kommunikationshilfe eingesetzt werden.
Etwa 20 % der Schülerschaft an unserer Schule ist nichtsprechend oder schwer verständlich. Ein Viertel davon ist schwerstbehindert und benutzt deswegen (noch) keine Kommunikationshilfen. Es werden teilweise Schaltersysteme zur Kommunikationsvorbereitung bei diesen Schülerinnen eingesetzt. Ein weiteres Viertel wird mit elektronischen Kommunikationshilfen gefördert. Vereinzelt benutzen Schüler nichtelektronischen Kommunikationshilfen ausschließlich oder als Zusatz zu ihrer elektronischen Kommunikationshilfe.
Zu koordinierten Förderung dieser Schüler hat sich ein Fachkreis gebildet, der sich aus Logopäden, Ergotherapeuten und Sonderpädagogen zusammensetzt. Dieser Fachkreis bietet zum einen eine Beratung für Problemstellungen der eigenen Schülerschaft an. Zum anderen versteht er sich auch als eine Beratungsstelle für Ratsuchende anderer Einrichtungen.
Für die Unterstützte Kommunikation steht inzwischen ein Fachraum zur Verfügung, in dem die verschiedensten Kommunikationshilfen bis hin zu elektronischem Spielzeug für die Kommunikationsanbahnung vorhanden sind. Es handelt sich dabei um einen Gerätepool für die probeweise Anpassung von Kommunikationshilfen für einzelne Schüler, bevor passende Geräte per ärztlicher Verordnung für den einzelnen Schüler angeschafft werden.
Das Konzept unserer Schule beinhaltet sowohl einen Computerraum als auch Computer in jedem Klassenzimmer. Der Computerraum verfügt über 10 Schüler PC's und einen Lehrer PC. Alle PC's werden über einen Server verwaltet. Jeder Schüler und jeder Mitarbeiter kann sich mit Hilfe eines Benutzernamens und eines Kennwortes in das System einloggen. Zur Verfügung stehen neben dem Betriebssystem Windows XP das Office-Paket von Microsoft sowie verschiedene Lernprogramme z.B: Budenberg, Catch me 1 und 2 etc. sowie der Zugang ins Internet. Der Lehrer hat die Möglichkeit, von seinem Computer aus mit dem Programm Mastereye die Arbeit der Schüler zu beobachten und Hilfestellungen zu geben. Außerdem stehen verschiedenste Anpassungen wie z.B. unterschiedliche Mäuse, Joystick, Mausersatztastaturen, Sensoradapter mit unterschiedlichen Schaltern zur Verfügung sowie Programme, die sich mit einem Taster bedienen lassen z.B. Ooops!
Der Computerraum wird zur Zeit von der Bürogruppe und der Hompage-AG als Arbeitsraum genutzt. Daneben steht er allen Klassen zur Verfügung, die sich nach Absprache in einen Raumplan stundenweise eintragen können. Dieses Angebot nutzen regelmäßig die Klassen der Mittel- und Oberstufe. Darüber hinaus steht der Computerraum allen Mitarbeitern als Arbeitsraum zur Verfügung.
In der Unterstufe liegt der Schwerpunkt in der Heranführung an den Umgang mit dem Computer. Jede Lerngruppe hat das Budenberg-Programm auf ihren Klassencomputern. Es fanden mehrere Einführungen in die Bedienung dieses Programms für die LehrerInnen statt. Da dieses Programm sehr übersichtlich in der Darbietung ist und von den Lernvoraussetzungen her auf niedrigem Niveau ansetzt, ist es besonders gut geeignet, von Anbeginn der Schulzeit an im Unterricht eingesetzt zu werden. In näherer Zukunft soll in der Unterstufe weitere ähnlich einfach zu bedienende Software eingesetzt werden, die die SchülerInnen an den Umgang mit der Maus, mit Textverarbeitung, mit Malprogrammen heranführt.
Der Unterricht an unserer Schule ist wesentlich gekennzeichnet durch vielfältige Maßnahmen der inneren Differenzierung. In einigen Bereichen hat jede/r SchülerIn ein eigenes Lernpensum. Hier ist der Computer eine wertvolle Ergänzung zu anderen Medien, da Aufgaben am Computer häufig ohne großen Aufwand auf das Lernniveau einzelner SchülerInnen zugeschnitten werden können.
Viele SchülerInnen unserer Schule haben feinmotorische Koordinationsstörungen und Wahrnehmungsstörungen in allen Wahrnehmungsbereichen. Dies hat Auswirkungen auf den Schreiblernprozess. Vielen unserer SchülerInnen ist es nicht möglich, eine lesbare Handschrift zu entwickeln. Der Computer ist hier ein nicht mehr wegzudenkendes Hilfsmittel für die graphomotorische Kompensation.
In jeder Lerngruppe gibt es SchülerInnen, die so schwer körperbehindert sind, dass sie überhaupt nicht selbstständig hantieren können. Für diese SchülerInnen ist der Computer mit spezieller Anpassung (Maus- und Tastaturersatz) das einzige Medium, mit dem sie eigenständig arbeiten können. Neben dem Erlebnis der Eigentätigkeit, das den SchülerInnen zuteil wird, haben die LehrerInnen dann auch die Möglichkeit, fundierte Aussagen über den Leistungsstand und Lernfortschritte dieser SchülerInnen zu machen.
Aus den o.g. Überlegungen heraus ergibt sich für die Unterstufe folgendes Konzept:
In jedem Klassenraum sollen 2-3 multimediafähige Computer mit gleichwertiger Ausstattung und Software stehen.
Die LehrerInnen der Unterstufe müssen in die Bedienung der neu angeschafften Software eingewiesen werden.
Auf jedem Computer muss ein updatefähiges Virenschutzprogramm installiert sein, da die SchülerInnen häufig Disketten und CD-Roms von Zuhause mitbringen.
Wenn die Schule ihrer Aufgabe gerecht werden will, die Kinder auf das Leben in der Informationsgesellschaft vorzubereiten, muss der Umgang mit den neuen Medien schon sehr früh beginnen. Bereits in der Mittelstufe der Körperbehindertenschule sollten die Schüler mit allen wichtigen Funktionen des Computers und des Internets vertraut sein.
Lernen am Computer
Neue Medien werden von Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht der Mittelstufe eingesetzt und sollen Unterrichtsinhalte besser veranschaulichen, vertiefte Erkenntnisse z.B. über Zusammenhänge vermitteln, neue Untersuchungsmethoden ermöglichen oder Wissen umfassender und schneller verfügbar machen.
Beim Lernen mit dem Computer fühlen sich die körperbehinderten Kinder der Mittelstufe nichtbehinderten Kindern gleichgestellt, denn durch entsprechende Hilfsmittel können sie den PC zum großen Teil wie jedes andere Kind auch bedienen. Leider werden die Stärken des Mediums Computer, die Entfaltung der Kreativität und die Möglichkeiten der Interaktion noch viel zu wenig genutzt.
Mit Hilfe geeigneter Computerprogramme, die auch für Schüler der Mittelstufe in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, kann man durch Individualisierung und Differenzierung den unterschiedlichen Lernbedürfnissen der körperbehinderten Kinder gerecht werden.
Der Computer ist bei der Textverarbeitung eine wertvolle Hilfe. Es ist leicht einsehbar, dass Kinder bei handschriftlichen Aufsätzen wenig geneigt sind, Verbesserungsvorschläge aufzugreifen und einzubauen, wenn es bedeutet, dass sie alles noch einmal sauber abschreiben müssen. Kommt dies häufiger vor, werden sie vielleicht nur lernen, sich möglichst kurz zu fassen. Computertexte können jedoch beliebig verändert und erweitert werden. Der Computer schreibt immer ordentlich und man muss nur die entscheidende Stelle verändern oder erweitern, alles andere bleibt erhalten.
Das Internet als Lernmedium
In Zukunft wird der Unterricht mit der Computermaus und Internet genauso selbstverständlich wie Kreide und Lehrbuch. Das Internet entwickelt sich zu einem Lernmedium. Der Unterricht soll modern gestaltet werden und sich an der Lebenswirklichkeit der Kinder in der Mittelstufe orientieren. Diese Eigenschaft ist besonders für körperbehinderte Kinder mit erschwerter Entwicklung wichtig.
Soll das Internet als globales Datennetz in den Unterricht so einbezogen werden, dass man über das exemplarische, sporadische Probieren hinausgeht, muss die Nutzung dieses Mediums mit konkreten Lehr-, Lern- und Erziehungszielen verbunden werden. Damit wird die Arbeit mit dem Internet zum Unterrichtsgegenstand. Die Kinder müssen Grundkenntnisse und Grundfertigkeiten für die Arbeit mit globalen Datennetzen erhalten.
Am Anfang steht das Erlernen des Umgangs mit vernetzten Computern. In gut verständlicher Form muss zunächst das Grundwissen zu Internet und WWW erworben werden. Das müssen körperbehinderte Kinder bereits in der Mittelstufe genauso beherrschen wie Nichtbehinderte.
Der Einsatz des Internet im Unterricht bedeutet, dass neue Erfahrungen, Ideen und Aspekte oder schlicht das neue Lernen in das Klassenzimmer hineingetragen wird. Kinder erleben sich auf diese Weise als Teil eines Ganzen. Sie erfahren, dass nicht nur sie sich mit dem gerade behandelten Thema befassen, sondern dass dies auch für andere Kinder gilt. Und das nicht nur in Deutschland. Sie können ihre eigenen Arbeitsergebnisse im Internet veröffentlichen und machen diese somit sichtbar auf der ganzen Welt.
Eine besondere Akzentuierung erhält der Umgang mit den neuen Technologien in der Arbeit der Bürogruppe am Arbeitstag der Oberstufe und dem Verfassen eigener Schülerbeiträge mit Veröffentlichung auf der eigenen Homepage der Schule.
Grundsätzlich ist zu bedenken, dass die Lebenswirklichkeit unserer Schüler auch im privaten Bereich in zunehmenden Maße von neuen Medien und der Computertechnologie bestimmt wird. Für viele unserer Schüler, die durch ihre Behinderung in ihrer Motorik in hohem Maße eingeschränkt sind, ergeben sich im Bereich Computer die einzig realistischen Arbeitsmöglichkeiten. Es ist deshalb erforderlich, die Schüler so umfassend wie möglich auf die spätere Berufsperspektive vorzubereiten.
Sowohl bei der Diagnostik als auch Therapie hat der Einsatz des Computers in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Viele der vorhandenen Computerprogramme sind zwar als Übungsprogramme konzipiert, sie ermöglichen aber trotzdem eine Beobachtung von Störungen bzw. Defiziten. Die meisten Software-Anbieter haben Programme für Konzentrations-, Gedächtnis-, Reaktions-, Wahrnehmungs- und Gesichtsfeldstörungen in ihrem Angebot.
Für viele unserer behinderten Kinder dient der Computer in der Therapie als ein nicht mehr wegzudenkendes Medium, wie z.B. als effektives, vielseitiges Alternativangebot für die oben schon genannten Förderbereiche mit einer enormen Variationsmöglichkeit der Programme.
Ebenso gilt der Computer für eine große Anzahl unserer Schüler mit schwerer körperlicher Behinderung als einzige Möglichkeit zur Förderung in bestimmten Bereichen, wie z.B das Wahrnehmungstraining oder das Schreibenlernen.
Die selbständige Bedienung des Computers kann durch verschiedenste Anpassungsmöglichkeiten auf den Schüler eingestellt werden, wie z.B. Programme, die mittels eines einzelnen Tasters/Schalters vollständig bedienbar sind für Schüler mit schweren körperlichen Behinderungen, die nicht in der Lage sind, eine normale Tastatur oder Maus zu bedienen.
Bei der therapeutischen Arbeit in bezug auf Computeradaptionen und Wahrnehmungstraining stehen Störungen des Bewegungsapparates (Paresen, Spastik, Athetosen, Ataxien, Dystrophien), Wahrnehmungsstörungen (SI-Störungen, ADS, visuelle Wahrnehmungsstörung) und auch allgemein statomotorische und mentale Retardierungen im Vordergrund. Nach der Überprüfung der motorisch-kognitiven Leistungen, hat der/die TherapeutIn ein Bild von den Fähigkeiten des Schülers am PC und kann dann mögliche Hilfsmittel und Alternativen für Tastatur und Maus bereitstellen bzw. erproben.
Nach ausreichender Erprobung von Adaptionen und Software kann diese dann bei den Krankenkassen individuell für den Schüler beantragt werden.
Das Projekt „Homepage“ für unsere Schule lässt sich wie folgt begründen:
Es kann die Schule als solche, sowie die gesamte schulische Arbeit für alle interessierten Personen zugänglich bzw. veranschaulicht werden. Eine Homepage dient somit der Repräsentation der Schule nach Außen hin, gegenüber Eltern, Sponsoren, interessierten Schülern und Lehrern weiterer Schule etc. Sie kann Schüler und alle an der Schule Tätigen in hohen Maße dazu befähigen, sich mit der eigen Arbeit/ Schule zu identifizieren; eine Art „digitaler Visitenkarte“ oder „modernen Schulprospekts“ wird so geschaffen. Aktuelle Informationen über anstehende Termine, Feiern, sonstige Veranstaltungen können an interessierte Personen vermittelt werden.
Eine eigene Homepage dient der „Heranführung“ bislang „internetunkundiger“ Schüler an dieses Medium mit für sie interessanten und nachvollziehbaren Inhalten. Kompetenzen von Schülern, welche sie bei der Einrichtung einer Homepage erwerben könnten, würden es der bestehen Bürogruppe ermöglichen auch auf diesem Sektor als Dienstleister präsent zu werden.
Diese erworbenen Kompetenzen sind es auch, welche als Qualifikation auf dem ersten Arbeitsmarkt derzeit einen hohen Stellenwert haben. Insbesondere für die Schüler unserer Schultyps würden sich hier neue Chancen eröffnen. Zur Zeit erstellt eine Arbeitsgemeinschaft der Oberstufe eine aktualisierte Homepage.
Bewegung spielt in der Entwicklung körperbehinderter Menschen eine entscheidende Rolle. Sie bildet die Basis für kognitive, emotionale, kommunikative und soziale Lern- und Anpassungsprozesse. Aufgabe der Bewegungserziehung an der Schule mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung muss es sein, vorhandene Bewegungsmöglichkeiten bei den SchülerInnen zu unterstützen, Kompensationsmöglichkeiten bei Bewegungseinschränkungen zu finden und im spielerischen Miteinander soziale Erfahrungsprozesse zu ermöglichen. Sie erlaubt die dingliche, natürliche und gesellschaftliche Umwelt kennen zu lernen, auf sie verändernd einzugehen und das Erfahrene in andern Lern- und Lebenssituationen anzuwenden.
Für Schüler mit Förderbedarf im Bereich der körperlichen und motorischen Entwicklung sind Bewegungsförderung und Bewegungserleichterung durchgängiges und fächerübergreifendes Prinzip im Unterricht. Psychomotorische und sensomotorische Inhalte werden in den Unterricht integriert, um positiv auf die Gesamtpersönlichkeit der SchülerInnen einzuwirken. Ein verbessertes Lern- und Konzentrationsverhalten läßt sich nur erzielen, wenn Bewegung ein fester Bestanteil im Unterricht ist.
An unserer Schule findet der Sportunterricht hauptsächlich in Funktionsgruppen statt.
Es gibt beispielsweise eine Sportgruppe für Rollstuhlfahrer mit geringeren motorischen Einschränkungen, die Sportrollstühle aus eigener Kraft bewegen können sowie für motorisch stärker eingeschränkte Schüler, die sich in Elektro-Rollstühlen fortbewegen.
Darüber hinaus existieren sogenannte „Läufersportgruppen“ für jüngere und ältere Schüler, die nach Möglichkeit stufenintern organisiert sind.
Zusätzlich gibt es im Rahmen der Fördergruppe für schwerstmehrfachbehinderte SchülerInnen ein spezielles Schwimmangebot.
In der E-Klasse findet der Sportunterricht in der Klassengemeinschaft statt.
Der Schwimmunterricht wird in leistungshomogenen und klassenübergreifenden Gruppen für alle SchülerInnen im schuleigenen Lehrschwimmbecken angeboten. Zum Teil gehen die Schüler auch klassenintern zum Schwimmen, so zum Beispiel innerhalb der Eingangsklasse.
Weitere Sportangebote gibt es im Rahmen der Arbeitsgemeinschaften und der oben beschriebenen Spiel- und Sportfeste.
Unterstufensport
In der Unterstufe werden im gemeinsamen Handeln und auf spielerische Art und Weise, vielfältige Bewegungserfahrungen gesammelt. Erreicht wird dies durch Angebote aus den Bereichen kleine Spiele, Wahrnehmungsspiele und Bewegungslandschaften mit verschiedenen psychomotorischen Schwerpunkten.
Mittel-/Oberstufensport
In der Mittel - und Oberstufe werden dann psychomotorische Elemente mit sportspezifischen Inhalten verbunden. Das Hauptanliegen des Sportunterrichts ist der freizeitrelevante Aspekt.
Dies beinhaltet auch das Erlernen von Trendsportarten wie zum Beispiel Inlineskaten, um im Freizeitbereich eine Integration (außerschulische Gruppen, Vereine etc.) zu ermöglichen. Die Vorbereitung und Teilnahme an Sportfesten und Sportfreizeiten sind weitere Inhalte des Sportunterrichtes.
An unserer Schule gibt es ein zusätzliches Raumangebot für die psychomotorische Förderung. In diesem Psychomotorikraum sind die Voraussetzungen für grobmotorische Bewegungsangebote gegeben (Schaukeln, schiefe Ebene, Kletterwand, Rollbretter etc. ).
Als besonderes Angebot gibt es für interessierte Schülerinnen einmal im Schuljahr eine Surf - und eine Skifreizeit. Hier haben die SchülerInnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Gelegenheit, das Skilaufen und/oder das Surfen zu erlernen. Körperlich eingeschränkte SchülerInnen können elementare Erfahrungen mit Wasser und Schnee sammeln.
Es ist zu überlegen, inwieweit auch schwerstbehinderte SchülerInnen in Zukunft an diesen Maßnahmen teilnehmen können.
Zur Zeit werden den SchülerInnen bereits einige Materialien zur Pausengestaltung angeboten: Rollbretter, Hockeyspiel, Riesenball, Fahrräder, Bälle, große Bausteine, Kicker (innen/außen), Air-Hockey-Spieltisch, Billard-Tisch und der neu gestalteter Spielplatz.
Wir sehen in den bereits vorhandenen Materialien erst einen Anfang für eine sinnvolle, bewegungsorientierte Pausengestaltung.
Um die Angebotspalette sinnvoll zu erweitern, werden neue Materialien benötigt. Daher sollte ein laufender Etat für Gebrauchsmaterialien und Reparaturen geschaffen werden.
An unsere Schule werden folgende Therapien angeboten:
Die Art der Behandlung richtet sich nach der Verordnung des behandelnden Arztes und dauert jeweils 45 Minuten (Abrechnung nach Rezept).
Eine umfassende Förderung unserer Schüler erfordert eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit und damit ein ganzheitliches Förderkonzept. Unterricht, Therapie und Pflege sind in diesem Zusammenhang als gleichwertig anzusehen. Zur Koordination der gemeinsamen Arbeit sind den einzelnen Klassen sog. „Kontakttherapeuten“ zugeordnet. In wöchentlich stattfindenden Teamsitzungen werden Absprachen getroffen und die Förderpläne weiterentwickelt.
Physiotherapie an unserer Schule zielt darauf ab, Kindern die Möglichkeit zu geben, ihr Bewegungsverhalten zu modulieren und zu variieren, alltägliche Bewegungsabläufe, energiesparend umzusetzen, neue Möglichkeiten zu entdecken, wie sie ihre beeinträchtigte Motorik den Erfordernissen in Unterricht und Freizeit anpassen können.
Schwerstmehrfachbehinderten Schülern wird durch Lagerung und Positionierung eine bessere Teilnahme am Unterricht ermöglicht. Kontrakturen und Haltungsschäden werden vorgebeugt und die vorhandenen Bewegungsmöglichkeiten werden aktiv gefördert und ausgebaut.
Die Hilfsmittelversorgung sieht vor, dass den Schülern ein größtmöglicher Grad an Selbstständigkeit eingeräumt wird. Dies betrifft Gehhilfen, Rollstuhl-, Elektro-Rollstuhlversorgung, aber auch unterstützende Lagerungshilfen, Therapiestühle und individuell angefertigte Sitzschalen.
Hippotherapie
Die Erweiterung und Ergänzung der krankengymnastischen Behandlung mit dem Pferd nennt man Hippotherapie. Das Pferd dient hierbei als therapeutisches Medium durch die Bewegungsübertragung in der Gangart „Schritt“. Behandlungsziele sind die Verbesserung der Körperhaltung, Koordination und Gleichgewicht.
Heilpädagogisches Reiten
Darunter werden pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabililtative und soziointegrative Einflussnahme mit Hilfe des Pferdes bei Kindern zusammengefasst.
Die Ergotherapie basiert auf einer ganzheitlichen Sichtweise der kindlichen Entwicklung. Sie hat die Aufgabe, die Kinder bei der Erreichung von größtmöglicher Selbständigkeit zu unterstützen und dabei körperliche Beeinträchtigungen und motorische Schwierigkeiten, wie auch Wahrnehmungsstörungen und Störungen der sensorischen Integration zu behandeln.
Die Therapiemaßnahmen in der Schule unterscheiden sich häufig von therapeutischen Maßnahmen wie sie in freien Praxen stattfinden dadurch, dass sie am Schulalltag ausgerichtet sind und Voraussetzungen schaffen, um erfolgreich am Unterricht teilnehmen zu können. Das bedeutet: Sie haben unmittelbaren praktischen und schultagorientierten Charakter.
In der Schule mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung werden Kinder in den folgenden vier Fachbereichen von den Logopädinnen Heidi Ahrens und Mariyke van der Linde therapeutisch:
In diesen vier Bereichen kann man folgende Störungsbilder finden:
| Sprechen: | Auffälligkeiten bei der Artikulation, phonetische und phonologische Störungen |
Dysarthrie (geringe, bzw. geringere Verständlichkeit aufgrund neurologischer Störungen) | |
| Stottern und Poltern | |
Mundmotorische Störungen, die sich auch auf Ess- und Trinkverhalten sowie auf die Artikulation auswirken können | |
| Sprache: | Sprachentwicklungsverzögerung oder -störung |
| Wortschatzdefizite (Speicherung und Abruf kann betroffen sein) | |
| Dysgrammatismus | |
| Aphasie | |
| Stimme: | Unphysiologischer Atem |
| Stimmstörungen | |
| Hören: | Schwerhörigkeit (mittel- bis hochgradige) mit Auswirkungen auf die Sprache und das Sprechen |
Auditive Wahrnehmungsstörungen (z.B. Richtungshören, auditive Diskrimination und Selektion betroffen) |
In der Therapie der schwerstmehrfach behinderten Kinder kommen ganzheitliche Ansätze zum Tragen, wie z.B. die Arbeit in Anlehnung an das Castillo Morales Konzept (ORT = orofaziale Regulationstherapie).
Die nichtsprechenden oder kaum verständlich sprechenden Schüler haben die Möglichkeit, verschiedenste Formen der "unterstützten Kommunikation" (UK) auszuprobieren. Die meisten Schüler werden in einer Einzelförderung logopädisch betreut. Manchmal ist es wünschenswert, dass ein Kind von mehreren Disziplinen gleichzeitig behandelt wird. In der Schule ist diese interdisziplinäre Zusammenarbeit einfach zu realisieren. Die Therapie kann auch, je nach Bedarf, in den Unterricht integriert werden.
Die Dietrich-Bonhoeffer-Schule ist Förderort für schwerstbehinderte Schüler. Hierbei handelt es sich vorrangig um Schüler mit schwersten Formen von Körperbehinderungen sowie um Schüler, bei denen eine Kombination von Körperbehinderung mit mindestens einer weiteren Behinderung (geistige Behinderung, Blindheit/Sehbehinderung, Gehörlosigkeit) vorliegt. Für einen großen Teil dieser Schüler müssen besondere pädagogische Zielsetzungen, Maßnahmen und Organisationsformen gefunden werden, die ihren speziellen, individuellen Bedürfnissen gerecht werden.
An der Dietrich-Bonhoeffer-Schule werden keine reinen Schwerstbehindertenklassen gebildet. Die Schüler werden Stammklassen zugeordnet. Den speziellen Förderbedürfnissen der Schüler wird entweder innerhalb der Stammklasse in Form von innerer Differenzierung Rechnung getragen oder in Form äußerer Differenzierung in der Fördergruppe für Schwerstbehinderte. Schüler die überwiegend von der Teilnahme am Klassenunterricht und der Kommunikation mit ihren Mitschülern profitieren können, sollen nach Möglichkeit innerhalb der Stammklassen gefördert werden. Schüler, die von ihrem Entwicklungsstand und ihren kommunikativen Möglichkeiten her nur in begrenzten Maße vom Klassenunterricht profitieren können, werden den Fördergruppen zugeordnet.
Die Fördergruppe ist eine klassenübergreifende Differenzierungsgruppe. Sie findet einem eigens dafür eingerichteten Klassenraum statt.
Zur Zusammensetzung der Fördergruppen für Schwerstbehinderte
Über die Zusammensetzung und die LehrerInnenbesetzung der Fördergruppen wird in der Klassenverteilungskonferenz beraten und entschieden. Es gibt ein Stammteam, das die Fördergruppen betreut. Dieses Fördergruppenteam einigt sich untereinander auf Zuständigkeiten in Leitungsaufgaben und Verantwortlichkeiten. Das Stammteam wird je nach Bedarf durch Therapeuten und Integrationshelfer unterstützt, so dass in vielen Fällen eine 1:1-Betreuung gewährleistet werden kann.
Für Teambesprechungen ist eine Unterrichtswochenstunde der Mitarbeiter vorgesehen. Die individuellen Förderpläne werden von den Lehrern der Fördergruppe und dem Team der jeweiligen Stammklasse erstellt.
Die LehrerInnen des Fördergruppenteams sind von einer weiteren Klassenleitung befreit.
Die Lehrkräfte sollten zwei bis vier Jahre in der Fördergruppe arbeiten. Über das Ausscheiden nach zwei, drei oder vier Jahren entscheidet die betroffene Lehrkraft.
Fördergruppen - Schwerstbehindertensport
Innerhalb der Fördergruppe werden "sportliche Aktivitäten" aus den Bereichen Psychomotorik, Schwimmen und Sport angeboten. Die Angebote richten sich nach der Bedürfnissen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler und stellen ein zusätzliches Angebot zu den Klassenangeboten dar.
Um dem schwerstbehinderten Schüler die Bewältigung seiner Lebenssituation zu erleichtern, ist Schule Ort des Lebens und des Lernens. Erziehung und Unterricht umfassen sonderpädagogische, pflegerische und individuell fördernde Maßnahmen, die auf Entwicklungsveränderung und -fortschritte abzielen. Bestimmend für die Auswahl der Lernziele ist die individuelle Lernausgangslage des schwerstbehinderten Schülers.
Alle Fördermaßnahmen zielen auf die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit des Schülers, nicht auf das Training einzelner Funktionen. Dieser Aspekt wird bei der praktischen Arbeit stets berücksichtigt.
Folgende Förderkonzepte kommen in der Arbeit mit den schwerstbehinderten Schülern an unserer Schule zur Anwendung:
Die Erfahrung zeigt, dass sich der Zugang unserer SchülerInnen zum ersten Arbeitsmarkt immer schwieriger gestaltet. Die allgemeine Lage am Arbeitsmarkt hat sich insoweit verändert, dass für unsere SchülerInnen immer weniger Stellen angeboten werden. Außerdem werden immer höhere Qualifikationen für die Besetzung von Arbeitsplätzen verlangt. Viele unserer SchülerInnen sind diesen veränderten Anforderungen und Belastungen oft nicht hinreichend gewachsen. Andererseits gibt es auch nicht hinreichend Arbeitsmöglichkeiten im Übergangsbereich zwischen erstem Arbeitsmarkt und den Werkstätten. Zudem ist das Angebot in den Werkstätten für Behinderte noch nicht ausreichend auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse von Schwerstbehinderten zugeschnitten.
Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass sich die herkömmlichen Lernziele und angestrebten Schulabschlüsse nicht erreichen lassen bzw. nicht ausreichend sind.
Die Frage stellt sich, welche schulische Maßnahmen können die berufliche und soziale Integration unserer Schüler unterstützen, fördern und verbessern und welches Konzept ist zu entwickeln, das sich an den nachschulischen Perspektiven orientiert.
Angeboten werden Arbeitslehre (Hauswirtschaft, Wirtschaftslehre und Technisches Werken), Arbeitsgemeinschaften Technisches Werken und Computer sowie Betriebsbesichtigungen und dreiwöchige Berufspraktika (ab Schulbesuchsjahr 9 für Praktika auf dem freien Arbeitsmarkt und ab Schulbesuchsjahr 10 für Praktika in Werkstätten).
Zum Beginn des Schuljahres 2000/2001 wurde an unserer Schule der "Arbeitstag" eingeführt. Dieses Modell bestand zuvor schon u.a. an der Schule für Körperbehinderte in Mönchengladbach. Arbeitstag bedeutet, dass die Schüler Produkte herstellen, die während dieser Stunden oder in einem überschaubarem Zeitraum danach verkauft werden oder Dienstleistungen anbieten, die während der Arbeitstagsstunden erledigt werden.
Es besteht also ein unmittelbarer Bezug zwischen Schülerarbeit und Abnehmer. Dies führt zu einer direkten Rückmeldung bezüglich der Qualität der geleisteten Arbeit, führt zu Erfolgserlebnissen und fördert die Motivation der Schüler ganz erheblich. Auch Schüler, die recht schulmüde sind und z. B. dem Mathematikunterricht nichts mehr abgewinnen können, arbeiten im „Arbeitstag“ sehr gerne mit, weil hier lebenspraktischer Unterricht mit den Kulturtechniken verknüpft wird.
Lebenspraktischer Unterricht, z. B. Herstellen eines Pizzabrötchens als Ausbau der Verselbständigung der Schüler führt in der Folge auch zum Kalkulieren des Preises, Notieren von Bestellungen und Führen einer Kasse.
Die Schüler, die am Arbeitstag teilnehmen, rekrutieren sich aus den zur Zeit vier Oberstufenklassen und sind zwischen 16 und 18 Jahre alt.
Der „Arbeitstag" bietet zur Zeit vier verschiedene Schwerpunkte für die Schüler:
Die Schüler werden den einzelnen Gruppen durch die Oberstufenkonferenz zugeteilt. Im Gegensatz zu den Arbeitsgemeinschaften haben sie kein Wahlrecht. Die Arbeitsgruppen werden in der Regel von zwei Lehrkräften betreut. Im folgenden werden die einzelnen Gruppen detaillierter dargestellt.
Dienstleistungsgruppe
Angeboten werden Autoinnenreinigung und das Säubern der Scheiben, Fahrradputzen, Bügeln und das Herstellen von Dekoartikeln (z. B. für den Verkaufsstand der Schule zum „Tag der Begegnung“ im Archäologischen Park in Xanten und auf Anfrage von Kollegen). Lernziel ist die Hinführung zur Selbständigkeit.
Arbeitsgruppe "Werken"
Von Bedeutung sind hier das Verstehen von Arbeitsanweisungen und das handelnde Umsetzen: Man lernt z. B. wie man Werkstücke fixiert, Werkzeuge hält, mit der Dekupiersäge und Gehrungssäge arbeitet, lötet, Ordnung beim Arbeiten hält usw. sowie das Beachten von Sicherheitsaspekten (z.B Position der Finger beim Sägen).
Die Arbeitsprodukte entstehen zum einen durch verschiedene Arbeitsaufträge der Schule (z.B. wurde ein Blumenbehälter neu verleimt und gestrichen, eine Tischplatte erneuert und eine Gartenbank restauriert) oder werden zum anderen zum Verkauf innerhalb der Schule angeboten.
Beispiele:
Der Werkunterricht übt nicht nur Einfluss auf die Berufsfindung aus, sondern auch auf die private Lebensorganisation. Er nimmt den Schülern die Scheu davor, sich mit technischen Problemen auseinanderzusetzen - ein Schritt zur Selbständigkeit.
Bürogruppe
In dieser Arbeitsgruppe wird schwerpunktmäßig mit dem Computer gearbeitet. Die Auswahl der Schüler erfolgt u. a. aufgrund von beruflichen Perspektiven Einzelner, die eng mit einem Arbeitsplatz am Computer verbunden sind. Hier können die Schüler z. B. den Umgang mit der Textverarbeitung lernen und über die eingesetzten Programme eine bessere Orthographie erlernen, die verschiedene Berufe notwendig ist.
Manche Schüler dieser Gruppe können ziemlich gut lesen und schreiben und erzielen deshalb in diesen Bereichen schulische Erfolge und haben viel Spaß an Tätigkeiten, mit denen sie sich in dieser Arbeitsgruppe beschäftigen, auch wenn die Arbeitsperspektive "Büro" für sie vielleicht noch gar nicht aktuell oder möglicherweise gar nicht realistisch ist. Das Aufgabenspektrum in der Bürogruppe ist sehr vielfältig, so dass jeder Schüler ausreichende Entfaltungsmöglichkeiten erhält.
Über die Arbeit mit dem Computer hinaus fallen natürlich auch "klassische Bürotätigkeiten" an (z.B. Sortieren, Abheften, Buchführung etc.), die für die vollständige Erledigung einzelner Arbeitsaufträge notwendig sind. Hierbei machen die Schüler wichtige Erfahrungen bezüglich der Komplexität von bestimmten Arbeitsabläufen.
Aufträge erhält die Bürogruppe von den anderen Arbeitsgruppen (z.B. Drucken und Laminieren von Preisschildern, Werbeaufklebern und Bestellzetteln) und von Kollegen sowie Eltern (z.B. Herstellen von Visitenkarten, Werbeschreiben u.ä., Archivieren von Sammlungen).
Cafeteria - Gruppe
Das selbständige Zubereiten von Speisen bildet hier einen wesentlichen Aspekt von Unterricht mit lebenspraktischem Bezug. Die Schüler sollen lernen, für sich und auch für Gäste ein besonderes Getränk, einen kleinen Imbiss oder auch eine komplette Mahlzeit selbständig zuzubereiten. Anhand von Rezepten und z. T. auch mit Hilfe von Fertig- bzw. Halbfertigprodukten (z.B. Brötchen zum Aufbacken Tiefkühlblätterteig) sollen die Schüler Gerichte planen, den Arbeitsablauf organisieren und durchführen können.
Das setzt voraus: Rezept lesen und umsetzen können; mit Küchengeräten sachgerecht umgehen können; bei Fertig-/Halbfertiggerichten die Angaben des Herstellers zu beachten; die richtige Back- und Kochzeit einstellen zu können; die Lebensmittelkosten zu berücksichtigen.
Die Cafeteriagruppe bietet dienstags in der 1. Pause ein Frühstück für Schüler und Lehrer an. Außer Kaffee und Tee sind belegte Brötchen und im Wechsel u. a. Toast Hawaii, Pizza-Brötchen, Schoko-Hörnchen u.ä. im Angebot. Die Speisen und Getränke werden in der Schulküche z. T. nach Rezept zubereitet und in der Halle verkauft.
Neben dem Lesen von Rezepten und der Zubereitung der Speisen, bilden Kalkulation, Dekoration, Bereitstellen von Geschirr usw., Verkauf, Kassieren sowie Abrechnung und Spülen/Aufräumen weitere Schwerpunkte der Cafeteria-Gruppe. Da die Aufgabenstellung für die Schüler recht realitätsnah ist, arbeiten diese sehr motiviert und engagiert mit.
Die Arbeit in der Cafeteria-Gruppe lässt sich später evtl. in den Hauswirtschafts-Abteilungen des Theodor-Brauer-Hauses oder der S0S-Arbeit und -Beschäftigung fortsetzen.
Mobilitätsgruppe
Die Mobilitätsgruppe richtet sich im Rahmen des Arbeitstages an Schülerinnen und Schüler, die im Bereich "Orientierung" und "Mobilität" der gezielten und intensiveren Förderung bedürfen. Das im Unterricht durchgeführte Mobilitätstraining verfolgt u.a. folgende Ziele:
Neben der Planung und der weitestgehend selbstständigen Organisation von Aktivitäten und Ausflügen nimmt die Durchführung einen wichtigen Stellenwert ein. Als Ziele wurden von den Schülern folgende Besuche/Ausflüge organisiert: Besuch verschiedener Werkstätten, Besuch veschiedener Bürgermeister in der nahen Umgebung, Fahrten nach Kleve und Goch, Besuch der Post (Botengänge). Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Bus/Bahn) wird dabei intensiv genutzt. Mögliche Barrieren werden von den Schülern schnell erkannt und können mit Unterstützung (u.a. der Bevölkerung) schnell überwunden werden.
Unsere Mittelstufe dient u. a. der Vorbereitung der SchülerInnen auf den Arbeitstag der Oberstufe. Im Unterricht bemühen wir uns, den SchülerInnen die grundlegenden Schlüsselqualifikationen für die Oberstufe zu vermitteln. Wie dies geschieht, stellen wir im Folgenden exemplarisch vor.
Vorbereitung auf den Arbeitstag der Oberstufe durch Offene Unterrichtsformen in der Mittelstufe
Offener Unterricht ist ein Versuch, historische Erfahrungen der Reformpädagogik aufzugreifen und auf die aktuellen Bedingungen schulischen Lernens zu übertragen. Die Notwendigkeit der Öffnung des Unterrichts ergibt sich vor allem aus der in den letzten Jahrzehnten erheblich veränderten Kindheit und dem infolge dessen veränderten Sozial- und Lernverhalten der Schüler. Ebenfalls für eine Öffnung des Unterrichts spricht eine Verschiebung der obersten Priorität bei den Erziehungszielen, von Ordnung, Sauberkeit und Disziplin hin zu Selbständigkeit und Kreativität.
Insbesondere im Sachunterricht der Mittelstufe werden die Themen vorwiegend im Stationsverfahren, anhand von Projekten, in Form von Werkstattunterricht und im Wochenplan erarbeitet. Dabei stehen die Kinder mit ihren Lernmöglichkeiten und ihrer Begeisterung für die Sache im Mittelpunkt des Unterrichts. Ziel dieser offenen Unterrichtsformen ist ein selbständiges, handelndes und entdeckendes Lernen.
Ziele und Begründungen
Offener Unterricht bietet:
| vielfältige Gelegenheit zum selbstbestimmten Tätigsein |
| die Möglichkeit, in einer begrenzten Freiheit ohne Abhängigkeit von Erwachsenen Zielsetzungen zu realisieren |
| eine deutliche Zielsetzung und Vorstellung von Helfen, Beraten und Gemeinsamkeit |
| ein bewusst strukturierter Wechsel von individuellen Lernphasen mit gemeinsamen, angeleiteten Phasen |
Darum verlangt Offener Unterricht ein pädagogisches Verständnis und eine Haltung gegenüber dem Schüler, die eine Offenheit für
| Veränderungen in der Lebenswelt; |
| neue Konzeptionen und Erkenntnisse vom Lernen; |
| individuelle Interessen und Erfahrungen; |
| die Freiheit der Kinder für eigenes, mitbestimmtes Lernen. |
einschließt.
Diesem pädagogischen Verständnis folgend werden Schüler mit in die Planung des Unterrichts einbezogen bzw. planen Projekte möglichst eigenständig. Somit fällt es den Schülern leichter, sich mit dem Unterrichtsgegenstand zu identifizieren, motiviert und ausdauernd zu arbeiten sowie sich selbst für ihr Tun verantwortlich zu fühlen.
Die Aktivität geht vom Schüler aus, der Lehrer fungiert als Lernbegleiter und Berater. Ein zieltransparentes Arbeiten ermöglicht es den Schülern, eine Übersicht über verschiedene Arbeitsschritte zu bekommen und vorausschauend zu planen und zu handeln.
Die Schüler lernen darüber hinaus, kooperativ in Teams zusammen zu arbeiten und gezielt Hilfe einzufordern. Dabei erwerben die Schüler zunehmend die Fähigkeit, ihren Arbeitsplatz zu organisieren und einen Überblick über die Materialien zu erhalten.
Regelmäßige Reflexionsrunden geben den Schülern Gelegenheit, Probleme zu erkennen und ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Meist enden die Unterrichtsreihen in Präsentationen oder Vorführungen, was zusätzlich die Motivation erhöht, die Arbeit sorgfältig zu Ende zu führen.
Vorbereitung auf den Arbeitstag der Oberstufe durch Wochenplanarbeit in der Mittelstufe
Unter einem Wochenplan versteht man die sachliche sowie zeitliche Organisation von Arbeitsaufträgen, zumeist in tabellarischer Form. Die SchülerInnen sollen sämtliche Aufträge, welche durchweg aus unterschiedlichen Lernbereichen stammen, in der Regel innerhalb einer Woche erledigen.
Die Hinführung zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung auf verschiedenen Ebenen und in diversen Bereichen ist dabei eines unserer wichtigsten Anliegen. Die Kinder sollen lernen, ihre Arbeit selbständig zu planen und einzuteilen. Dabei üben sie in kleineren und größeren Gruppen miteinander umzugehen und sich zu akzeptieren. Wochenplanarbeit bedeutet dabei weitgehend Selbstgesteuertes Lernen und Arbeiten. Es ist möglich, sowohl die Hilfe der MitschülerInnen, als auch der LehrerInnen in Anspruch zu nehmen.
Im Folgenden wollen wir nun kurz Möglichkeiten aufzeigen, die die Wochenplanarbeit bietet, aber auch Lernziele vorstellen, die später bei der Bewältigung des Arbeitstages helfen werden.
Folgende Möglichkeiten bietet der Wochenplan: Die SchülerInnen können
| ihr Arbeitstempo selbst bestimmen; |
| den Rhythmus von konzentrierter Arbeit und kurzer Pause selbst bestimmen; |
| sich innerhalb des Klassenraums frei einen Arbeitsplatz wählen; |
| sich auf der Suche nach Lösungen Arbeitsformen und Arbeitsmittel selbst wählen; |
| Hilfen von MitschülerInnen und LehrerInnen in Anspruch nehmen; |
| an der Gestaltung der Wochenplanaufgaben teilnehmen. |
Folgende für den Arbeitstag wichtigen Lernziele werden bei der Wochenplanarbeit verfolgt: Die SchülerInnen lernen
| ihren Arbeitsplatz zu planen und einzuteilen; |
| unterschiedliche Aufgabenstellungen zu verstehen; |
| Aufgaben selbständig zu erledigen und eigene Lösungswege zu finden; |
| eigenständig ihre Arbeitsergebnisse zu kontrollieren; |
| die gestellten Aufgaben in einem zur Verfügung stehenden Zeitrahmen zu erfüllen; |
| mit anderen sachbezogen zu arbeiten; |
| sich selbst, ihre Fähigkeiten und Schwächen einzuschätzen; |
| die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern und eigene Qualitätsmaßstäbe zu gewinnen. |
Auf Grund der gemeinsamen Verantwortung von Elternhaus und Schule ist eine regelmäßige Verständigung über Fragen der alltäglichen Lebensgestaltung und angemessener schulischer und therapeutischer Anforderungen notwendig. Die Eltern und Erziehungsberechtigten werden über die Erziehungs- und Unterrichtsarbeit auf vielfältige Weise über Mitteilungshefte und Elternbriefe bis hin zu Klassen- bzw. Schulpflegschaftssitzungen regelmäßig informiert. Sie haben Gelegenheit Unterricht und Therapie nach Absprache einzusehen.
Die Mitarbeiter unserer Schule haben beratende und unterstützende Funktion bei der Anbahnung von Kontakten zu öffentlichen Einrichtungen wie zum Beispiel Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Freizeiteinrichtungen und Vereinen.
Eine zentrale Stellung bei der Elternarbeit nehmen die Beratungsgespräche an Elternsprechtagen ein. Diese Gespräche werden u.a. durch die Klassenkonferenz intensiv vorbereitet und vorstrukturiert. Es kommen dabei vor allem sonderpädagogische Fragestellungen zur Sprache; Eltern und Mitarbeiter verständigen sich in diesem Gespräch über Förderschwerpunkte für die weitere pädagogische Arbeit. Die Ergebnisse der Gespräche fließen in den Förderplan ein.
Der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte im Kreis Kleve tritt auch als Förderverein für unsere Schule ein. Durch diese wertvolle Unterstützung stehen uns beispielsweise ein Mini-Van und ein komplett behindertengerechter Kleinbus zur Verfügung, die wir z.B. für Klassen- oder Einkaufsfahrten nutzen. Ein Mitarbeiter des Fördervereins kümmert sich dabei um die Wartung der Busse rechnet die Fahrtkosten ab, und erledigt den Fahrdienst zur Reittherapie, die ebenfalls durch die Unterstützung des Fördervereins ermöglich wird.
Von wesentlicher Bedeutung ist auch die finanzielle Unterstützung unserer Freizeiten Klassenfahrten und sonstigen schulischen Veranstaltungen durch den Förderverein.
Darüber hinaus ist der Förderverein Träger des Projektes „Betreutes Wohnen“ für junge Menschen mit Körperbehinderungen. So existieren mittlerweile betreute 2 Wohngruppen in Kleve die für einzelne Schüler unserer Schule eine nachschulische Perspektive im Hinblick auf die private Lebensführung bieten können.
Die Entwicklung unseres Schulprogramms ist nicht als ein abschließender Arbeitsschritt zu verstehen, vielmehr handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess, der immer wieder zu Veränderungen und Verbesserungen führen soll. In regelmäßig stattfindenden pädagogischen Konferenzen sollte das bisherige Schulprogramm mit dem Ziel einer Qualitätssicherung überdacht, bewertet und weiterentwickelt werden.
Folgende Themenschwerpunkte wurden von der Gesamtkonferenz für die zukünftige Schulprogrammarbeit als wichtig betrachtet: